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Comiclesung – Fundament

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In den letzten Tagen konnte ich bei mir eine wieder aufkeimende Lust an Comics entdecken. Und um das gleich am Anfang festzustellen: Unter Comics verstehe ich für mich und in meinem Alter diese Bildergeschichten für Erwachsene. Andere verwenden den Begriff der graphical novel, aber das halte ich gelinde gesagt nur für eine verkappte Tarnung, um nicht komisch angesehen zu werden, wenn es auf dieses Thema kommt. Ich gehe auch nicht in einen graphical novel shop sondern eben in einen Comicladen. Ganz trivial. Also aufkeimende Lust… Ich habe auch prompt wieder angefangen, welche zu lesen und denke bei mir, dass das eine nette Serie werden kann. Bevor ich jedoch beginne erst ein Rückblick, eine Einsortierung in die unendliche Welt der Comics.

Es gab in der DDR gab es die Atze, die wohl einmal im Monat erschienen ist. Den genauen Inhalt erinnere ich nicht mehr, nur, dass es am Ende ein paar Seite mit Abenteuern der beiden Mäuse Fix und Fax gab. Parallel dazu erschien mit Mosaik ein reines Comicheft, hier waren die Helden die Abrafaxae. Früher gab es die Digedags. Es gab im Grunde also etwas zu sammeln und einige in meinem Bekanntenkreis haben das auch getan. Gefesselt hat mich das damals nicht besonders, denn ich hatte etwas viel tolleres: Ein Heftchen aus dem Westen mit einer Geschichte von den Feuersteins. Zumindest fand ich das damals toll.

Irgendwann nach der Wende bin ich dann über das Magazin Heavy Metall gestolpert. Es erschien glaube ich monatlich und bot parallel verschiedene Serien, die sich in ihrer Erzählung über mehrere Ausgaben erstreckten. Es half, meinen Geschmack zu entwickeln, nicht nur, was Comics betraf. Am meisten hatte mich Frank Miller begeistert, dessen Serie HARDBOILED mich total in den Bann zog. Für eine lange Zeit war der Name des Helden auch mein Nick in diversen irc-Foren. Band 1 und 2 waren somit auch die ersten Comics, die ich mir gekauft hatte. Dachte ich eine lange Zeit.

Alles änderte sich jedoch mit der Schottlandtour und dem wirklich ersten Heftchen. M von Jon J Muth, basierend auf dem gleichnamigen Film von Fritz Lang, gekauft in Edinburgh. Eine ernste Erzählung, eine großartige Zeichentechnik, anderes Seitenlayout, das ich vorher so nicht sah. „Huch!, Comics können auch anspruchsvoll sein? Nicht nur Fantasiegeschichten mit Gewaltorgien und Brüsten?! Bot Heavy Metall nur 1% der Wahrheit?“

Groß geworden in Berlin bedeutet, dass ich zwangsläufig mit Gerhard Seyfried in Berührung kam. Großartige Hefte, voll mit tollem Humor und dem Potential, immer etwas neues zu entdecken. Ich war verliebt in Zwille (DAS SCHWARZE IMPERIUM) und von FUTURE SUBJUNKIES total begeistert. Heute noch sehe ich mir gern seine Plakate für den Kreuzberger Wahlkampf an, immer treffend. Sehr zu empfehlen aber auch sein Buch „Der schwarze Stern der Tupamaros“. Ach ja, und über Fil kann ich mich köstlich amüsieren.

Als nächsten kamen zwei große Welten. Zum einen natürlich Neil Gaiman und SANDMAN. Ich glaube ich habe nur deswegen aufgehört dies zu lesen, weil ich bei den Veröffentlichungen und Sonderheften und Spezialausgaben nicht mehr durchgesehen habe und es auch ziemlich teuer war, im Groben Unfug die US-Importe zu erhalten. Und wahrscheinlich auch wegen der zweiten Welt, SIN CITY von Frank Miller. Hier habe ich das erste mal gesammelt, alle Einzelhefte stehen hier noch rum, anders als von Büchern mag ich mich von den Comics nicht trennen. Und bei Miller ging es auch über die eine Serie hinaus, später folgten 300 (diese Verfilmung ist so ärgerlich) und mit DK2 ein kurzer, düsterer Ausflug in die Welt von Batman. Seine Bücher und die irgendwie für Kinder gedachten Comics führten mich jedoch immer wieder zu Gaiman zurück.

Und tatsächlich mit der Zeit zu anspruchsvolleren Titeln, zu Geschichten, die etwas zu erzählen haben, zu Künstlern, die neben dem Inhalt auch etwas gestalten wollen. Oder auch mal einfach nur zu neuen Comics.

Den Anfang wird dann beim nächsten Mal und für den Monat Juli SAGA, Teil 1 machen.

Written by Rayk Fenske

July 27, 2013 at 5:56 pm

Posted in Comiclesung

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